Hallo!
Gleich zu Anfang ein faux pas: Gibt heut leider keine neuen Bilder! :D Bis auf ein Foto unseres majestätischen Abendessens (das gerade damit zu Ende geht, dass wir fett und faul im Wohnzimmer sitzen und einer von den zwei Helden sich der Herausforderung stellt, einen halbwegs sinnvollen Blogeintrag zu verfassen)
gibt es bedauerndwerter Weise kein eindrucksvolles visuelles Update..
Auch gebe ich ohne rot zu werden zu, dass ich am Wochenende weder Zeit noch Lust hatte zu bloggen – Jetzt hingegen „hab' ich total Bock“ :D
Ne im Ernst, das Wochenende war relativ anstrengend: 100 Jeunes + 12 Accompagnateurs
auf Disneyland-Ausflug! Obwohl ich eigentlich kein großer Funparkfan bin, habe ich keine Attrakation ausgelassen und auch alles ohne traumatische Erlebnisse überstanden. Zwischendurch haben dafür aber die mir zugeteilten Jugendlichen extrem schlechte Ausreden erfinden müssen, um vor ihren Kumpels ohne Gesichtsverlust erklären zu können, wieso die ein oder andere Achterbahn nichts für sie wäre.. Witzig für mich war auch, dass ihnen ausser Aladin keine einzige Disneyfigur oder -story bekannt war und manchmal voller Begeisterung an Orten Fotos gemacht und angestanden wurde, wo sonst nur Kleinkinder zu finden waren. Ausserdem schwankte ich innerlich andauernd zwischen Abscheu vor dem geschmacklosen Rosa-Konsumimperium (ein Überraschungsei für 5 Euro war ein ernstgemeinter Preis), und meiner Freude über die Begeisterung der Jugendlichen, die wirklich von der ersten Minute an vollends entfacht war.
Und das bei 5 Grad Minus. Gefühlt -500. Nichts für südliche Typen also!;)
Wie dem auch sei, nach 12 Stunden Disney dröhnte mir am Ende echt der Kopf und alle die länger als einen Tag in der blinkenden Trallalala-Landschaft aushalten, können sich bei mir ein Überraschungsei abholen.
Leider wurde ich beim abendlichen Bad dann von zwei Educs gestört, weil scheinbar ein Rohrbruch in meinem Badezimmer die gesamte Wand des Gebäudes durchnässt hatte und die Mauer des Fernsehzimmers im Erdgeschoss gerade zerbröckeln ließ, was selbst den begeistertsten Fußballfans dann auch irgendwann auffiel. Dass ich also am Wochenende nicht mehr gebloggt habe, verzeiht mir bitte! :)
Heute hat unser Hausmeister aber gemeint das einzige Problem sei gewesen, dass ich meine Wanne habe zu voll laufen lassen. Ich hoffe er hat recht...aber manchmal weiß selbst ich da nicht genau wie ich mit der französischen Mentalität umgehen soll...Konkret: duschen oder nicht duschen? :D
Aber umso besser, dass ich da auf Bush, den alte Fuchs und Friedensnobelpreisträger zurückgreifen kann, der schon einmal erklärt hat, wieso die Franzosen auf der Welt nicht verstanden werden:
“Das Problem mit den Franzosen ist, dass sie kein Wort für entrepreneur haben.”
→ duschen! :D
Sonntag war dann mein „deutscher Tag“: Erst habe ich mich mit einem etwas jüngeren Freund aus Deutschland getroffen, der auf Durchreise war und nach einem Schüleraustausch auch einige gute Geschichten (die Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland betreffend) auf Lager hatte.
Danach verbrachte ich den Rest des Tages mit einer befreundeten Familie aus meiner Heimatmetropole Hilden und konnte viel Energie für die kommende Woche tanken.
Danke nochmal für die Mitbringsel und dafür, dass mir vielleicht unbewusst das Gefühl gegeben wurde, ein echter Einheimischer zu sein!
Was die Arbeit im MJR angeht, bin ich endlich ein eingearbeiteter Mitarbeiter, der die Arbeit auch vorantreibt anstatt sie durch Fragerei aufzuhalten. Ich weiß wer wo was wann wie macht und kann bei Fragen stolz Auskunft geben und weiterhelfen. Am Telefon habe ich mittlerweile eine halbwegs flüssige Begrüßungsfloskel drauf – die meisten Anrufe die ich entgegen nehme (was ich überhaupt nur tue, wenn meine Chefin nicht da ist) kommen aber von der Accueilfrau, die eben diese Floskeln nur testen will.
Aber wir arbeiten auch.
Zu ein, zwei Jugendlichen habe ich mittlerweile sogar eine etwas „besondere Beziehung“ aufgebaut; Soll heißen, ich bin einer ihrer wenigen Ansprechpartner, denen wenig verheimlicht wird. Natürlich geht mit dieser schönen Entwicklung eine Verantwortnug Hand in Hand, die ich lieber noch mit notamment einem bestimmten Mitarbeiter teile. (Dem Rennpiloten aus Toulouse;))
Auch mein Mitbewohner entwickelt sich super obwohl ich ihn selten gieße:
Erstmals fallen sogar Unterschiede in der WG-Philosophie auf! Aber vernünftig und rücksichtsvoll wie wir sind, bewegt sich das alles weit weg von Problemen oder gar Streit. Es kommt viel eher zu Loriot-ähnlichen Szenen, die wir dann mit breitem Grinsen und Marius Super-Satz „Meine Frau wird auf jeden Fall cool“ zu den Akten legen. A propos, was Mädchen angeht sind wir genauso selten einer Meinung wie bei der emotionalen Verfassung nach gutem Alkoholkonsum. Aber in einer Welt der Dualität ist das alles eigentlich auch nichts besonderes. Und eines muss man dem werthen Herrn lassen: Wie sich rausstellte ist er ein super „Buchempfehler“! :)
Morgen geht es für mich mit 25 Jeunes und einer anderen Lehrerin aus dem MJR in einen großen Zirkus, und ich bin gespannt was die Jugendlichen dazu sagen. Aber auch ich war schon so lange nicht mehr im Zirkus, dass ich eine gewisse egoistische Vorfreude verspüre.
Jetzt muss ich aber Schluss machen sonst lässt mein Wecker sich morgen scheiden – All good and from the best the best my dearest friends und gute Nacht!
| Der Schein trügt, es war vorzüglich! |







