Samstag, 5. Mai 2012

im westen nichts neues


Bonjour verehrte Blogleser,-überflieger und Fotosangucker!

Seit ungefähr einer Woche herrscht Lazarettstimmung im Boissy'schen Heim. Eigentlich haben mein Genosse und ich uns schon seit Jahresbeginn mit dem Kränkeln abgewechselt und es gab daher glücklicherweise immer einen von uns der gesund war und für beide Döner holen konnte. Marius (dessen Vorbilder Gravesen und Gattuso sind) hat sich vor kurzem beim Fussball leider schwerer verletzt als es gesund ist, vor allem auch was die kommenden Urlaube betrifft. Obwohl meine Vorbilder meist eher zurückhaltendere Spieler (Kaka,Gourcuff) sind, hatte der Fussballgott auch mir ein wenig Schmerzen nicht vorenthalten wollen. So kommt es, dass wir jetzt zusammen im Wohnzimmer sitzen und wie schon gestern abend, mit Depression und physischen Einschränkungen kämpfen. Aber wir nehmen's mit Humor, Fifa, Killepitsch und guter Musik. Bon courage an dieser Stelle nochmal an dich mein Kamarad! :*

Angedeutet hatte sich das Ausmaß des Unglückes eigentlich schon, als einige Tage vorher durch ein Missverständnis meine Tür von außen nicht mehr aufzuschließen war und wir fast 3 Stunden damit verbrachten bei mir selbst einzubrechen. Seitdem kann ich endlich die lauten Geräusche deuten, die des Nachts von Zeit zu Zeit im CAOMIDA ertönen. ;) Da ich bekanntermaßen keine halben Sachen mache, durfte ein versehentlich ausgelöster Feueralarm gegen Mitternacht den gelungenen Tag abrunden.

Vor diesen dramatischen Entwicklungen hatte ich jedoch ein wirklich überragendes Wochenende in Deutschland, an dem ich super Menschen wiedergesehen habe, und eigentlich jede Minute emotionsgeladen war! Merci dafür ;)

In Paris arbeite ich seit der Einstellung einer neuen Mitarbeiterin nicht mehr am Wochenende im Foyer AMIE, meine Wochen sind also wieder "normaler" strukturiert. Das passt mir ganz gut, vor allem weil der Freitagabend dadurch wieder frei wird, ansonsten ändert es aber auch nicht viel. Spaß macht es mir hier nach wie vor, was im Moment vor allem zwei Gründe hat: Ich habe erstens eine Menge genialster Bücher aus Deutschland und Frankreich ausleihen können und die RER-Fahrten vergehen dadurch wie im Fluge. Zweitens ist im Sommer die Stimmung unter den Jugendlichen wie schon gesagt extrem viel besser und die Arbeit somit viel leichter, incroyable! Ich verbringe fast schon illegal viel Zeit im/vor dem Foyer mit allen möglichen Jugendlichen, die sich abends dort zum essen und rumjoken treffen. Hauptthema bleibt natürlich nach wie vor/oder jetzt erst recht: "comment bien draguer les filles" (deutsche Touristen sind hoch im Kurs). Leider kommt es komischerweise in letzter Zeit gleichzeitig vermehrt zu "schwereren Vorfällen" im Foyer was einzelne Jugendliche angeht, und es ist wirklich traurig das mitzuerleben. Auch höre ich von vielen Betroffenen im Moment viele verschiedene Meinungen über die Situation in Afghanistan; und ich glaube ich habe wie 80 Prozent der Europäer nicht den blassesten Schimmer wie es dort wirklich aussieht, aber nach wie vor: eine Seite muss doch mal mit "déposer les armes" anfangen verdammt.
Insgesamt läuft es aber wie gesagt gut, ich sehe meine hexagonischen Freunde zu superinteressanten Gesprächen (sowie zu Soirées auf denen wir mit deutschem Bier protzen) und ich habe mich immer noch nicht genug an Paris gewöhnt um seine Straßen, die Seinequais bei Notre Dame und die millionen Cafés nicht ganz bewusst genießen zu können ;) Impecc! Einzig die péripherique hat da noch die Macht, uns von Zeit zu Zeit Nahtoderlebnisse erahnen zu lassen – bei Regen sollte man besser ein Boot mitbringen bevor die Polizei die Baggerseen auf der Autobahn gewissenhaft absperrt.

Entgegen aller Erwartungen komme ich hiermit dann auch schon zum Ende dieses Lageberichts, falls ich etwas vergessen haben sollte wird es sicherlich im nächsten nachgetragen werden! Bis dahin viel Sonne an alle südlichen Typen und veuillez agréer, mesdames, messieurs, l'expression de mes sentiments distingués,

Mr Brightside

vor jahren! ;)


imperator

pommespoet 

ein beamer "kann einiges" :D





5h du mat auf der suche nach brot

Wie hast du gelebt?
Ich habe geliebt
Wie hast du geliebt?
A la grande, 
groß war mein Einsatz, 
größer mein Spiel
- und am größten deine Schande
Das ist auch wieder wahr