Sonntag, 11. September 2011

Une semaine après :

Bonsoir a toutes et a tous!

Nachdem ich nun gefühlt einen Monat, in Wirklichkeit aber erst eine Woche in Paris lebe, konnte ich auch "endlich" mit der Arbeit anfangen - Obwohl ich die ersten freien Tage sehr genossen habe und auch jetzt noch mindestens ein-, oft zweimal am Tag ins Centre fahre, wollte ich unbedingt zum rentrée ebenfalls damit anfangen, einen durch Arbeitszeiten etwas geregelteren Alltag zu haben. Vielleicht gibt mit das erst das Gefühl, kein Tourist zu sein (Es stimmt wirklich, dass es irgendwie ein bisschen stört, in der Metro auf einmal Schwaben neben sich zu hören, wenn man eigentlich gerade die einmalige Atmosphäre von Paris auf sich wirken lassen will), vielleicht habe ich aber auch einfach gespürt, dass die Arbeit extrem spannend werden würde! :D
Ich habe also anders als meine Vorgänge beschlossen, direkt beim MJR anzufangen (der Anlaufstelle+Ecole für Flüchtlinge, die noch keine Asylanträge gestellt haben), anstatt erst einen Monat im CAOMIDA (unser zu Hause, in dem diejenigen Jugendlichen wohnen, die schon Asyl beantragen konnten und eine relativ sichere Zukunft in Frankreich vor sich haben) zusammen mit Marius für die Animation zu sorgen. Mittwoch fuhr ich daher rauf nach Montmartre zu meiner neuen Arbeitsstelle und lernte meine Chefs+Kollegen kennen, die alle supernett, relativ jung und sehr erfreut sind, dass ich so schnell vorbeischauen konnte. Donnerstag und Freitag habe ich dann direkt damit angefangen, mich umzuschauen und einzuarbeiten.. Ich werde allerdings noch ein, zwei Wochen brauchen, bis ich das Meiste durchblicke. Meine Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, "AGs" für die Jeunes zu organisieren, sie zu Ämtern+Ärzten zu begleiten und Unterricht zu übernehmen, falls es zu Lehrerausfällen kommt (was in Frankreich aufgrund des Überstundenausgleichs "RTT" nicht unüblich ist). Super Sache, da ich ja eventuell auf Lehramt studieren möchte und so schonmal ein bisschen "vorkosten" kann - Problematischer is da die Sache mit dem Französisch: Mein Niveau die alltäglichen Unterhaltungen berteffend, entspricht ungefähr dem der Flüchtlinge, was inhaltlich noch keine sehr spannenden Gespräche erlaubt. Andererseits sage ich mir immer wieder, dass es interessant ist zu erleben, wieviel man auch ohne Sprache vermitteln und verstehen kann..und zumindest dieses Problem wird so oder so während des Jahres verschwinden je crois:)
Außerdem gibt es genug andere Dinge die mir das Gefühl geben, mit dem FSJ genau das Richtige gewählt zu haben - Obwohl ich natürlich vorbereitet worden bin und wusste, dass mich andere Kulturen, mir fremde Weltbilder und Lebensläufe erwarten würden, erlebe ich teilweise auf schockierende und interessante Weise zugleich Situationen in denen ich mir meiner eigenen Subjektivität (und Privilegien) erst wirklich bewusst werde.. Plus eine Flasche Wein und es kommen oft hochphilosophische Fragen über Gott und die Welt zustande, die ich (wenn nicht gerade mit Marius) dann mit mir selbst, voire meinem Tagebuch ausdiskutiere.
Nach einer Woche merke ich also auf jeden Fall, dass ich in diesem Jahr noch unglaublich viel lernen kann und will. Und was ich jetzt schon weiß ist, dass ich jeden der beim Militär anfangen will, sehr belästigen werde:D

En plus profitier ich natürlich enorm von der Stadt und es ist wirklich ein Traum für mich hier zu leben. Oft fahr ich abends nochmal los, um in Bars Fussball zu gucken oder einfach an Orten die mir gefallen Kaffee zu trinken und zu lesen, da ich als Besitzer des "passe navigo" keine Gedanken an die Fahrtkosten verschwenden muss. Samstag haben Marius und ich die (zumindest von mir) schon seit geraumer Zeit geplante Shoppingtour wirklich gewagt und waren danach gut k.o. aber zufrieden. Abends habe ich dann zum ersten Mal seit langem einige Freunde aus Taizé wiedergesehen und Marius und ich haben dadurch auch Kontakt zu waschechten Parisern in unserem Alter, was uns sicherlich noch des öfteren helfen+freuen wird :) Grad gings noch kurz ab in die Stadt um den dritten volontaire allemand unserer Organisation zu treffen und PSG-Brest schauen:)

Viel mehr Blog-Stoff fällt mir gerade nicht ein, ausser vielleicht, dass Marius jedes Mal wenn unser Internet ausfällt, den aufgestauten Frust des Tages herauslässt und die Franzosen bei all ihrer Liebenswürdigkeit dabei nicht immer gut wegkommen - Beim Thema Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Verhalten im Straßenverkehr oder Arbeitsphilosophie in Handyläden handelt es sich nicht immer nur Clichés, obwohl ich für meinen Teil sehr froh bin, Deutschland und seinen Eigenheiten da für ein Jahr zu entkommen ;)

Alors, Liebe Grüße an alle und ein fettes Vive l'Internet an dieser Stelle, das mir erlaubt Kontakt zu halten und zu bloggen!

A tres vite!

JAVIER PASTORE!!


Sartre II


SFR + Marius = <3

2 Kommentare:

  1. whate? immer noch keine kommentare? das geht so nicht! janis vor noch ein tor

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  2. Bonsoir Janis,
    habe deinen Blog hier gerade erst entdeckt. Wir sind noch nicht lange aus dem Urlaub zurück.
    Je t'envie! Ca me plaisait aussi, habiter à Paris :). J'aime bien tes photos, c'est une vue spectaculaire de Montmartre!
    Wenn ich jetzt nur noch wüsste, was "I am looking forward to your next report" auf Französisch heißt :D.

    A bientot,
    Renate
    mit besten Grüßen auch von Josef und Tim

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