Bonsoir à toutes et a tous!
Eine weitere Arbeitswoche ist angebrochen und ich habe nach einem super Wochenende, an dem zwei Freunde von Marius hier waren und ich mit waschechten Franzosen Fussball spielen konnte, einen super Start in die Woche gehabt! Die Weihnachtszeit macht sich immer deutlicher bemerkbar und pinselt mir vor allem nach Feierabend auf dem Weg zum RER ein ebenfalls immer deutlicheres Grinsen ins Gesicht. Bald wird dann auch der Weihnachtsmarkt auf den Champs decouvriert ;) Und der wochenendliche Besuch aus Deutschland verdichtet sich, genau wie die Schokoladenvorräte in Kühlschrank und Bauch, und das alles relativ kurz vor meinem Geburtstag.. Mir geht’s also soo gut ey! ;D
Heute habe ich vor allem viel Zeit im Louvre verbracht, weil ich mich für eine Kurzeinführung in Räumlichkeiten und Hauptwerke eingeschrieben habe, um als „guide“ unabhängig kleinere Gruppen im Museum umherführen zu dürfen. Ob und wie gut das am Ende verläuft werde ich natürlich beizeiten berichten.
Gerade kam ich jedenfalls erstmal erschöpft nach Hause und fand eine Art „taz“- oder „guardian“-Artikel auf unserem Wohnzimmertisch, den ich mir während eines hochwertigen Dîners reingezogen habe.
Ganz akademisch wird darin die Situation von Fance Terre D'Asile beschrieben und es werden genau die Gebäude erwähnt, in denen ich tagtäglich rumgurke :) War schon ein bisschen stolz muss ich zugeben!
Überwogen haben aber andere Gefühle, denn die von FTDA an den Staat gestellten Forderungen, bei denen es sich größtenteils „nur“ um genügend Schlafplätze für die Flüchtlinge handelte, geben anscheinend schon genug Stoff für ein riesiges politisches Tauziehen. Meine, sagen wir „Herzensforderung“ für die Jugendlichen, die schonmal damit anfängt, dass auf 5 Flüchtlinge ein Psychologe kommt, ist also absurder als selbst Camus es hätte verstehen können.
Damit nicht genug, habe ich kurz darauf gelesen, dass es anscheinend Leute gibt, die darüber diskutieren und mit Unsummen spekulieren, wer hinter welchen Terror-Anschlägen in Europa steckt. Denn 'wenn es die Einen waren, würden die Aktienkurse nicht so stark fallen wie wenn es die Anderen waren'..
Auch wenn ich weder die Aktienmärkte noch die Aide Sociale à l'Enfance auch nur halbwegs zu durchschauen meine: Dass irgendwas verdammt falsch läuft muss man einfach merken bzw. aushalten. Und das fällt mir heute Abend zum ersten Mal wirklich nicht leicht. Das Jahr hier zu verbringen verändert glaube ich gar nicht mal so sehr das Wissen um diese Probleme, aber das Bewusstsein darüber - wie ein Satz aus dem Artikel schön sagt: „Pour l'administration et les journaux ces jeunes sont des mineurs isolés etrangers, pour d'autres ce sont des enfants qu'il ne faut pas laisser tomber“. Aber selbst diesen Satz habe ich vorher auch schon mal gelesen und trotzdem anders, irgendwie leerer wahrgenommen als jetzt.
„Leider“ lese ich gerade auch noch ein tolles Buch von Herrn Schweitzer, der so an unser Mitgefühl glaubt, dass er meint, keine Grundregeln der Ethik und Moral aufstellen zu müssen sondern schlicht zu fordern, dass jeder ehrlich und situativ nach seinem subjektiven Ermessen allem Leben gegenüber ehrfürchtig handeln solle. Wie immer wenn ich wichtige Männer zitiere kommt Campino natürlich prompt auch vor: „Dann möcht ich glauben dass es stimmt, dass alle Pessimisten Lügner sind!“ Bon...So viel wie bei diesem Essen habe ich glaube ich schon lange nicht mehr nachgedacht, und weil Marius leider gerade nicht da ist, nehme ich also den „Blog“ zur Hand.
Naja, Ich hoffe ich habe nicht all zu viel Durcheinander und Wut an mich heran – und durch diesen Eintrag heraus gelassen, und gelobe hiermit, beim nächsten Eintrag etwas bunter zu berichten! Denn bunt genug ist es auf jeden Fall! Ich profitiere auch immer mehr von ellenlangen nächtlichen Gesprächen mit meinen Mitfreiwilligen sowie den mir bekannten Franzosen in meinem Alter. Das macht mir (trotz der wachsenen Erkenntnis, wie wichtig mir das „perfekte“ Beherrschen einer Sprache ist) mega Spaß :) Nach zwei Monaten spüre ich echt schon, dass es genau das richtige war, dieses Jahr hier und auf diese Weise zu verbringen. Und ich bekomme auch immer mehr Lust aufs Studieren, um noch einmal leidenschaftlich in alle möglichen Ideen, Texte und Theorien einzutauchen, bevor ich dann hoffentlich frohen Mutes 30 Jahre arbeiten werde :D Aber meine Biographie wollt ich jetzt eigentlich nicht mehr anfangen.
Also, allen LeserInnen sei gesagt, dass ich in vielen verschiedenen Momenten an viele Verschiedene von euch denke! Allen eine gute Woche und a la prochaine! ;)
Gute Nacht
Überwogen haben aber andere Gefühle, denn die von FTDA an den Staat gestellten Forderungen, bei denen es sich größtenteils „nur“ um genügend Schlafplätze für die Flüchtlinge handelte, geben anscheinend schon genug Stoff für ein riesiges politisches Tauziehen. Meine, sagen wir „Herzensforderung“ für die Jugendlichen, die schonmal damit anfängt, dass auf 5 Flüchtlinge ein Psychologe kommt, ist also absurder als selbst Camus es hätte verstehen können.
Damit nicht genug, habe ich kurz darauf gelesen, dass es anscheinend Leute gibt, die darüber diskutieren und mit Unsummen spekulieren, wer hinter welchen Terror-Anschlägen in Europa steckt. Denn 'wenn es die Einen waren, würden die Aktienkurse nicht so stark fallen wie wenn es die Anderen waren'..
Auch wenn ich weder die Aktienmärkte noch die Aide Sociale à l'Enfance auch nur halbwegs zu durchschauen meine: Dass irgendwas verdammt falsch läuft muss man einfach merken bzw. aushalten. Und das fällt mir heute Abend zum ersten Mal wirklich nicht leicht. Das Jahr hier zu verbringen verändert glaube ich gar nicht mal so sehr das Wissen um diese Probleme, aber das Bewusstsein darüber - wie ein Satz aus dem Artikel schön sagt: „Pour l'administration et les journaux ces jeunes sont des mineurs isolés etrangers, pour d'autres ce sont des enfants qu'il ne faut pas laisser tomber“. Aber selbst diesen Satz habe ich vorher auch schon mal gelesen und trotzdem anders, irgendwie leerer wahrgenommen als jetzt.
„Leider“ lese ich gerade auch noch ein tolles Buch von Herrn Schweitzer, der so an unser Mitgefühl glaubt, dass er meint, keine Grundregeln der Ethik und Moral aufstellen zu müssen sondern schlicht zu fordern, dass jeder ehrlich und situativ nach seinem subjektiven Ermessen allem Leben gegenüber ehrfürchtig handeln solle. Wie immer wenn ich wichtige Männer zitiere kommt Campino natürlich prompt auch vor: „Dann möcht ich glauben dass es stimmt, dass alle Pessimisten Lügner sind!“ Bon...So viel wie bei diesem Essen habe ich glaube ich schon lange nicht mehr nachgedacht, und weil Marius leider gerade nicht da ist, nehme ich also den „Blog“ zur Hand.
Naja, Ich hoffe ich habe nicht all zu viel Durcheinander und Wut an mich heran – und durch diesen Eintrag heraus gelassen, und gelobe hiermit, beim nächsten Eintrag etwas bunter zu berichten! Denn bunt genug ist es auf jeden Fall! Ich profitiere auch immer mehr von ellenlangen nächtlichen Gesprächen mit meinen Mitfreiwilligen sowie den mir bekannten Franzosen in meinem Alter. Das macht mir (trotz der wachsenen Erkenntnis, wie wichtig mir das „perfekte“ Beherrschen einer Sprache ist) mega Spaß :) Nach zwei Monaten spüre ich echt schon, dass es genau das richtige war, dieses Jahr hier und auf diese Weise zu verbringen. Und ich bekomme auch immer mehr Lust aufs Studieren, um noch einmal leidenschaftlich in alle möglichen Ideen, Texte und Theorien einzutauchen, bevor ich dann hoffentlich frohen Mutes 30 Jahre arbeiten werde :D Aber meine Biographie wollt ich jetzt eigentlich nicht mehr anfangen.
Also, allen LeserInnen sei gesagt, dass ich in vielen verschiedenen Momenten an viele Verschiedene von euch denke! Allen eine gute Woche und a la prochaine! ;)
Gute Nacht
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