Bonjour verehrte
Blogleser,-überflieger und Fotosangucker!
Seit ungefähr einer
Woche herrscht Lazarettstimmung im Boissy'schen Heim. Eigentlich
haben mein Genosse und ich uns schon seit Jahresbeginn mit dem
Kränkeln abgewechselt und es gab daher glücklicherweise immer einen
von uns der gesund war und für beide Döner holen konnte. Marius
(dessen Vorbilder Gravesen und Gattuso sind) hat sich vor kurzem beim
Fussball leider schwerer verletzt als es gesund ist, vor allem auch
was die kommenden Urlaube betrifft. Obwohl meine Vorbilder meist eher
zurückhaltendere Spieler (Kaka,Gourcuff) sind, hatte der
Fussballgott auch mir ein wenig Schmerzen nicht vorenthalten wollen.
So kommt es, dass wir jetzt zusammen im Wohnzimmer sitzen und wie
schon gestern abend, mit Depression und physischen Einschränkungen
kämpfen. Aber wir nehmen's mit Humor, Fifa, Killepitsch und guter
Musik. Bon courage an dieser Stelle nochmal an dich mein Kamarad! :*
Angedeutet hatte sich das
Ausmaß des Unglückes eigentlich schon, als einige Tage vorher durch
ein Missverständnis meine Tür von außen nicht mehr aufzuschließen
war und wir fast 3 Stunden damit verbrachten bei mir selbst
einzubrechen. Seitdem kann ich endlich die lauten Geräusche deuten,
die des Nachts von Zeit zu Zeit im CAOMIDA ertönen. ;) Da ich
bekanntermaßen keine halben Sachen mache, durfte ein versehentlich
ausgelöster Feueralarm gegen Mitternacht den gelungenen Tag
abrunden.
Vor diesen dramatischen
Entwicklungen hatte ich jedoch ein wirklich überragendes Wochenende
in Deutschland, an dem ich super Menschen wiedergesehen habe, und
eigentlich jede Minute emotionsgeladen war! Merci dafür ;)
In Paris arbeite ich seit
der Einstellung einer neuen Mitarbeiterin nicht mehr am Wochenende im
Foyer AMIE, meine Wochen sind also wieder "normaler"
strukturiert. Das passt mir ganz gut, vor allem weil der Freitagabend
dadurch wieder frei wird, ansonsten ändert es aber auch nicht viel.
Spaß macht es mir hier nach wie vor, was im Moment vor allem zwei
Gründe hat: Ich habe erstens eine Menge genialster Bücher aus
Deutschland und Frankreich ausleihen können und die RER-Fahrten
vergehen dadurch wie im Fluge. Zweitens ist im Sommer die Stimmung
unter den Jugendlichen wie schon gesagt extrem viel besser und die
Arbeit somit viel leichter, incroyable! Ich verbringe fast schon
illegal viel Zeit im/vor dem Foyer mit allen möglichen
Jugendlichen, die sich abends dort zum essen und rumjoken treffen.
Hauptthema bleibt natürlich nach wie vor/oder jetzt erst recht:
"comment bien draguer les filles" (deutsche Touristen sind
hoch im Kurs). Leider kommt es komischerweise in letzter Zeit
gleichzeitig vermehrt zu "schwereren Vorfällen" im Foyer was einzelne Jugendliche angeht, und es ist wirklich traurig das
mitzuerleben. Auch höre ich von vielen Betroffenen im Moment viele
verschiedene Meinungen über die Situation in Afghanistan; und ich
glaube ich habe wie 80 Prozent der Europäer nicht den blassesten
Schimmer wie es dort wirklich aussieht, aber nach wie vor: eine Seite
muss doch mal mit "déposer les armes" anfangen verdammt.
Insgesamt läuft es aber
wie gesagt gut, ich sehe meine hexagonischen Freunde zu
superinteressanten Gesprächen (sowie zu Soirées auf denen wir mit
deutschem Bier protzen) und ich habe mich immer noch nicht genug an
Paris gewöhnt um seine Straßen, die Seinequais bei Notre Dame und
die millionen Cafés nicht ganz bewusst genießen zu können ;)
Impecc! Einzig die péripherique hat da noch die Macht, uns von Zeit
zu Zeit Nahtoderlebnisse erahnen zu lassen – bei Regen sollte man
besser ein Boot mitbringen bevor die Polizei die Baggerseen auf der
Autobahn gewissenhaft absperrt.
Entgegen aller
Erwartungen komme ich hiermit dann auch schon zum Ende dieses
Lageberichts, falls ich etwas vergessen haben sollte wird es
sicherlich im nächsten nachgetragen werden! Bis dahin viel Sonne an
alle südlichen Typen und veuillez agréer, mesdames, messieurs,
l'expression de mes sentiments distingués,
Mr Brightside
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| vor jahren! ;) |
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| 5h du mat auf der suche nach brot |
Wie hast du gelebt?
Ich habe geliebt
Wie hast du geliebt?
A la grande,
groß war mein Einsatz,
größer mein Spiel
- und am größten deine Schande
Das ist auch wieder wahr




Ich finde den titel echt klasse. Was ihr da macht ist zwar kein direkter krieg an sich aber es ist dennoch so dass leute wie bei france terre d'asile sich tag fuer tag den arsch aufreissen um bestmoegliches fuer die jugendlichen zu schaffen. Die oeffentlichkeit kriegt davon wenig mit.
AntwortenLöschenVon daher gibts im westen nichts neues.