Salut, gab es je einen schöneren Blogtitel zum Weltfrauentag?
Nachdem Marius schon seinen, durch eine Blogpause erzeugten Spannungsbogen nicht länger ansteigen lassen konnte, werde auch ich nicht länger zögern und zagen sondern euch allen die Wahrheit sagen: Heute war's zum ersten Mal realtiv warm in der Capitale! Die Sonne gewinnt also langsam den Kampf gegen die Kälte, ich freue mich jeden Tag ein Stück mehr auf ein sommerliches Paris und schaue andauernd in den Kalender. Dieser erklärt mir dann mit den Worten "Tallinn, Schon Halbzeit Alter!!" auf einfühlsame doch konsequente Weise, dass ich noch eine Woche im kalten Estland verbringen werde, bevor ich langsam die Shorts rauskramen kann. Konsequent vor allem auch, weil mir noch gar nicht so nach Halbzeit ist. Da ich aber aus Bildern und Gerüchten gehört habe wie schön Tallinn sei, und mir eine am Meer gelegene ruhigere Stadt in einem weiteren mir bisher fremden Land als kurze "Großstadtpause" extrem zusagt, bin ich sicher, dass das Zwischenseminar ein voller Erfolg wird. Vor allem natürlich auch weil ich damit das Wiedersehen meiner Mitfreiwilligen aus vielen anderen Ländern und FSJ-Projekten verbinde, was schon jetzt spannende Unterhaltungen und einen bunten Erfahrungsaustausch verspricht. Die dortigen Gerichte können natürlich unsere vielfältige WG-Küche kaum übertreffen, aber ich denke ich lasse mich auch darauf einfach mal ein...
Marius und ich haben mittlerweile einen Zwei-Fächer-Kühlschrank der uns zwar zu einem gewissen Scham verpflichtet aber gleichzeitig unseren Geschmäckern besser angepasst ist. Außerdem bin ich sehr stolz auf das Einführen "Computerfreier Stunden", die wir nun von Zeit zu Zeit im "salon" durchziehen. Was anfangs unmöglich scheint, entpuppt sich sehr schnell als eins der besten Mittel für gute Diskussionen über das FSJ, Politik (ich habe das Glück einen Sowi-Veteran vor mir zu haben und fühle mich im Nachhinein nicht selten aufgeklärter) oder die Welt; und selbst Wörter wie Moral werden auseinander genommen. Vereinzelt endet es dann auch bei der Damenwelt.
Im Übrigen hatte ich ein sehr deutsches Wochenende: Zuerst erwies mir ein gewisser sehr guter 'pote' die Ehre, mit dem ich meine StarWarsLeidenschaft endlich teilen konnte 8), daraufhin war mein Cousin aufgrund eines Konzertes in der Stadt und ich habe eine Freundin aus Deutschland kurz wiedergesehen, die im November ehrenamtlich im MJR gearbeitet hat. Auch unsere Vorgänger haben uns besucht und so wurde uns natürlich als 4 "Eingeweihte" mit Wille, Witz und Wein alles andere als langweilig. A noter: Ein (zugegeben mittlerweile gewohnt überteuerter) Kaffee im Sitzen wirkt ähnlich wie die Abwesenheit von Computern :) - Ich habe in so kurzer Zeit so viele neue Denkanstöße bekommen, und mit Leuten aus den verschiedensten Kontexten über die verschiedensten Dinge geredet, bevor ich dann im MJR zu Mittag esse und ich mir dort erst wieder wirklich der Vielfalt an Kulturen und Ideen bewusst werde, die ich tagtäglich auch dort vorfinde.. Es ist einfach krass! Und wie banal es dem ein oder anderen vorkommen mag: Das Leben das ich leben darf kann einfach nicht anders als mich dazu zu bringen, die Menschen an sich zu lieben – es ist exceptionnel wie der Franzose sagen würde. Anders als der Franzose dagegen, werde ich dicker und dicker. Naja morgen wieder Fussball.
Mit den Franzosen die ich in meiner Freizeit sehe, wird ab jetzt auch nochmal richtig was unternommen! Die Energie muss einfach dafür reichen, schließlich kostet es sicherlich genauso viel, Versäumtes am Ende zu bereuen. Die ständige Präsenz der Abschiede von netten Mitarbeitern (sehr bald verschwinden wieder zwei super Leute aus dem MJR) verstärken diesen Wunsch. Auf der Arbeit ist dafür aber auch eine "neue Welle" von Jugendlichen angekommen, was mir total Spaß macht – Neue Kicker-Gegner, neue Sätze auf anderen Sprachen lernen aber auch neue Gelegenheiten sich darin zu üben, behutsam an europäische Normalitäten heranzuführen: Was ist zB. der genaue Unterschied zwischen einer unverheirateter "Copine" und den Prostituierten die nachts manchmal am Foyer vorbeikommen? Aber egal worum es im Zusammenhang mit der Arbeit geht, ich komme mir auf jeden Fall vorbereiteter vor als zu Anfang.
Alors, mein Fazit entspricht exakt dem einer Halbzeitpause: Die erste Hälfte ging ab, aber ein Spiel ist damit noch nicht entschieden – Nochmal raus, nochmal alles geben (und bekommen! ;)) und erst dann kommt das Trikottauschen, das sich dann zwangsläufig mit ambivalenten Gefühlen paaren wird. Wär aber auch irgendwie schade wenn nicht, oder?
Allé, eine gute Nacht an alle treuen und untreuen Blogleser, ich hoffe es geht euch so verdammt gut wie mir und man sieht sich beizeiten!
Allé, eine gute Nacht an alle treuen und untreuen Blogleser, ich hoffe es geht euch so verdammt gut wie mir und man sieht sich beizeiten!
Euer Jedimeister
| einige ganz neue sorties |
| einige ganz klassische ;) |



